Deine Schreibroutine: Wie du es schaffst, das Schreiben in deinen Alltag zu integrieren
Deine Schreibroutine: Wie du es schaffst, das Schreiben in deinen Alltag zu integrieren

Deine Schreibroutine: Wie du es schaffst, das Schreiben in deinen Alltag zu integrieren

Du genießt es, deinen Ideen freien Lauf zu lassen. Du hast ständig eine neue Geschichte im Kopf. Es drängt dich, deine bunten Gedanken zu Papier zu bringen. Und trotzdem – irgendwie kommst du nicht zum Schreiben. Der Job, die Kinder oder auch der Schweinehund halten dich regelmäßig davon ab, dich hinzusetzen und an deinem Buchprojekt zu arbeiten. Kommt dir bekannt vor? Damit bist du nicht alleine. Ich habe auch immer wieder Probleme damit, das Schreiben als festen Bestandteil für mich zu integrieren. Aber zum Glück habe ich diese Liste immer parat. Und weil ich sie wirklich sehr nützlich finde, um eine funktionierende Schreibroutine zu entwickeln, möchte ich sie hier mit dir teilen.

1. Schreib morgens!

Viele Künstler*innen sind eher Nachteulen. Nachts sind wir Menschen auch ganz besonders empfänglich für die feinen Schwingungen des Wundersamen. Aber: Wir sind abends ebenso vom Tag geschlaucht. Die Verlockung, doch lieber eine Folge unserer Lieblingsserie zu gucken, anstatt den nächsten Beststeller zu schreiben, ist groß. Morgens kannst du dich besser fokussieren. Stell dir deinen Wecker 15 Minuten früher, setz dich an den Tisch und genieße es, in der Ruhe des beginnenden Tages zu schreiben. Dadurch bekommen deine Ideen eine neue Frische. Und du selbst nimmst den Schreibprozess bewusster wahr und kannst ihn noch mehr genießen.     

2. Schreib mit der Hand!

Wissenschaftler*innen haben das Schreiben per Hand gegenüber dem Tippen erforscht. Das Ergebnis wird dich nicht überraschen: Beim Schreiben mit der Hand werden ganz andere innere Prozesse ausgelöst als beim Tippen. Weil wir keine „Löschen“-Taste haben, überlegen wir schon während des Schreibprozesses automatisch, was wir wie sagen wollen. Das kann unserem Ausdruck eine Tiefe verleihen, die eine Computer-Tastatur nicht hergibt. Auch die haptische Dimension des Schreibens per Hand regt die Kreativität an. Wenn wir übers Papier streichen, den Schwung unserer Buchstaben betrachten und die frische Tinte aufleuchten sehen, dann kann uns allein die Schönheit des Geschriebenen zum Schreiben motivieren. (Und ja, das gilt auch für „Sauklauen“ wie meine!) Außerdem gibt es beim händischen Schreiben noch einen wichtigen Vorteil: Wir haben keinen Laptop vor uns, der uns so unglaublich viele Ablenkungsmöglichkeiten bietet. Wenn wir auf einem Stück Papier schreiben, dann konzentrieren wir uns auf unser Inneres. Wir stellen eine Verbindung zwischen unserer Gedankenwelt und der Außenwelt her, indem wir etwas schreiben, das wir danach förmlich anfassen können. Das hilft uns, in Schreibfluss zu kommen und unsere Schreibroutine in den Alltag zu integrieren.

3. Nimm dir feste Schreibzeiten und block sie für dich!

Das ist einfacher gesagt als getan, stimmt’s? Trotzdem kann allein der feste Plan, an dem und dem Tag oder zu der und der Tageszeit zu schreiben, dir helfen, deine eigene Schreibroutine zu entwickeln. Deine Kinder sind nachmittags beim Fußball? Dein Mann trifft sich donnerstagsabends mit seinen Freunden? Am Sonntag, wenn alles noch schläft, bist du schon früh wach? Das alles sind Momente, in denen du deine feste Schreibroutine etablieren könntest. Wichtig dabei ist: Betrachte deine Schreibzeit wie eine Verabredung, einen Kurs oder ein Businessmeeting. Natürlich kannst (und wirst) du davon auch immer wieder abweichen. Es ist aber wirklich, wirklich essentiell, dass du immer wieder zu deiner Routine kommst. Denn nur so zeigst du dir selbst, wie wichtig deine Schreibzeit für dich ist. Und diese Wertschätzung deiner eigenen Kreativität gegenüber wird auch deinen Geschichten zugute kommen. Aber Achtung: Wenn es mal nicht klappt mit der Inspiration und du während deiner Schreibzeit einfach nicht „reinkommen“ willst, stress dich nicht. Schreiben passiert zum Großteil im Kopf – also auch wenn du nur da sitzt und dir selbst zuhörst, hat das einen Effekt auf deine Kreativität. Du wirst sehen: Wenn du trotzdem bei deiner Schreibroutine bleibst, werden die „Ideenflauten“ immer seltener. Und wenn es mal doch gar nicht klappt, dann kann dir der Kinderbuch-Ideenhelfer bestimmt helfen.

4. Schaff dir deinen Schreibort!

Es gibt Menschen, wie mich, die Abwechslung beim Arbeiten brauchen. Das gilt auch für den Arbeitsplatz. Wenn ich schreibe, dann tue ich das dort, wo ich mich gerade am wohlsten fühle. In meinem Arbeitszimmer, auf der Couch, im Grünen. Wichtig ist mir dabei nur, dass meine Umgebung positiv auf mich wirkt. Ich schaffe das durch Orte, die ich persönlich als inspirierend empfinde. (Ja, mein Verhältnis zu meiner Couch ist sehr innig!) Andere Schreiberlinge brauchen einen festen Ort, an dem sie sich voll und ganz aufs Schreiben konzentrieren müssen. Das muss nicht gleich ein eigener Raum sein, sondern kann eine Ecke vom Wohnzimmertisch oder ein bestimmter Sessel sein. Wieder andere brauchen viel Trubel um sich herum, z. B. im Café, um aus den Vollen ihrer Inspiration zu schöpfen. Finde deinen Schreibort. Finde, was du um dich herum brauchst, um wirklich kreativ zu sein. Denn wenn du diesen Ort oder diese Orte erst hast, dann fällt es dir viel leichter, in den Schreibmodus zu wechseln, wenn du dort bist. Für deine Schreibroutine ist das Gold wert.

5. Für mehr Schreibroutine mach jeden Tag eine kleine Übung!

Gerade wenn du ein großes Schreibprojekt wie einen Roman oder ein Kinderbuch mit vielen Seiten planst, kann es helfen, ab und zu mal etwa ganz anderes zu schreiben. Manchmal sind wir richtig im Flow und können es kaum erwarten, wieder an unserer Geschichte zu arbeiten. Oft helfen aber kleine Übungen, die nichts mit dem Projekt zu tun haben, diesen Flow in Gang zu setzen. Wenn du dir jeden Tag eine 15-Minuten-Übung gönnst, werden die Ideen leichter fließen und du brauchst weniger lange, um dich gedanklich aufs Schreiben einzulassen. Schau dir dafür einfach mal die 10 Schreibübungen für zu Hause und sofort an. Solche kleinen, aber wirklich nützlichen, Übungen werden auch für dein eigentliches Projekt schon bald ihre Wirkung entfalten. Wenn du nämlich immer wieder auf andere Arten deine Schreibfähigkeiten übst, kannst du leichter neue Blickwinkel einnehmen. Und diese Fähigkeit brauchst du, wenn du großartige Geschichten schreiben willst!

6. Halte immer Schreibzeug bereit!

Jetzt hast du diese ganzen Tipps für eine rundum inspirierende Schreibroutine umgesetzt – und die Ideen kommen zu jeder Zeit außer deiner Schreibzeit?
Nun, das haben die Biester so an sich … Deshalb ist es wichtig, dass du immer und überall die Möglichkeit hast, eine Idee aufzuschreiben. Egal, ob auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder nachts – du solltest immer, immer etwas zum Schreiben dabei haben. Natürlich tut es auch mal ein Handy, aber du weißt ja: Handschriftlich flutscht der Flow besser. Wenn du eine Idee aufgeschrieben hast, kannst du weiter deinem Alltag nachgehen und sie zur nächsten Schreibzeit genauer anschauen. Manchmal entpuppt sich der geniale Einfall dann mit ein bisschen Abstand als doch nicht so großartig. Aber das ist völlig in Ordnung, denn allein, dass du dir deine Idee zu Anfang deines Schreibfensters noch einmal anschaust, hilft dir, vom Alltag ins Schreiben zu wechseln.

7. Besorg dir einen eigenen Motivator!

Huch, was ist das denn, etwa, ein kleiner Roboter, der dich morgens anschreit, dass du jetzt gefälligst zu schreiben hast? Ähm … Solange es solche Roboter noch nicht zu kaufen gibt und du dir nicht extra selbst einen basteln willst, tut es auch einfach ein simpler Satz oder ein Bild. Nimm irgendetwas, das dich besonders motiviert, schreib es auf, druck es aus oder mal es auf ein Plakat. Häng dir das Ganze über den Tisch, pack es in dein Portemonnaie oder kleb es an den Kühlschrank. Ganz egal, Hauptsache, du hast diesen Motivator im Blick, wenn du deine Schreibzeit beginnst. Ist es ein Zitat aus deinem Lieblingsbuch, ein Porträt deines Lieblingsschriftstellers oder ein Entwurf von deinem nächsten Buchcover? Finde, was dich motiviert, und nutze es für deine Schreibroutine.

8. Nimm lieber kleine Schreibeinheiten als Schreibtage!

Einfach drauflosschreiben und sofort brillante Ideen haben, können die wenigsten Schreibenden. Es ist also völlig normal, wenn wir erst ein wenig Zeit brauchen, um uns aufs Schreiben einzulassen. Aber oft führt zu viel Schreibzeit auf einmal dazu, dass wir erst einmal alle unsere zehn Stifte spitzen, Schokolade Nummer zwei aufessen und uns gemütlich am Kopf kratzen, bevor wir überhaupt ein Wort schreiben. Wenn wir unsere Schreibroutine auf kleinere Einheiten begrenzen, zum Beispiel zweimal eine Stunde anstatt eines vollen Nachmittags, kann uns das helfen, schneller in Fluss zu kommen.

9. Such dir eine Schreibgruppe oder mach ein Mentoring!

Wenn wir nicht die einzigen sind, die unsere Texte lesen, motiviert uns das, regelmäßig zu schreiben. Eine Schreibgruppe oder jemand, auf dessen Meinung du vertraust, können dir nicht nur nützliches Feedback zu deinen Texten geben. Regelmäßige Treffen oder Chats bilden außerdem einen festen Punkt in deiner Schreibroutine. Oft fällt es uns nämlich leichter, für jemand anderen eine Aufgabe zu erfüllen als für uns selbst. Du kannst das soziale Miteinander in einer Schreibgruppe also dafür nutzen, deine Schreibroutine zu verfestigen – außerdem macht gemeinsam schreiben Spaß! Ein guter Start ins gemeinsame Schreiben kann unsere Kinderbuch-Werkstatt für dich sein.

10. Setz dir (realistische) Ziele!

Schreiben ist ein kreativer Prozess. Und Kreativität kommt nicht auf Knopfdruck. Aber wir können sie wie einen Muskel trainieren, damit sie stärker wird und leichter geweckt wird. Dabei hilft es, wenn wir uns realistische Schreibziele setzen. Wenn du dir das Ziel setzt, in einem Monat einen Roman zu schreiben (neben den anderen Dingen, die viele von uns Tag für Tag tun), wird das vermutlich mehr Druck machen als motivieren. Aber wenn du dir vornimmst, in drei Schreibeinheiten eine Figur zu entwickeln, einen Ort zu erfinden oder ein Kapitel zu schreiben, dann kann das positiv auf deine Schreibroutine wirken. Dabei ist es gar nicht so wichtig, dass du das Ziel erreichst. Figuren ändern sich im Laufe der Geschichte und nicht jedes erste Kapitel ist sofort perfekt. Aber das Arbeiten in kleinen, nachvollziehbaren Schritten macht große Schreibprojekte für uns greifbarer. Außerdem sehen wir so schneller Ergebnisse, die uns zum Weiterentwickeln anspornen.

Hast du noch mehr Tipps für eine gute Schreibroutine? Schreib sie gern in die Kommentare!

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