Im Interview: Autorin Christine Haas über ihren „ziemlich gruseligen“ Kinderroman „Louis und die Stadt der Vampire“
Im Interview: Autorin Christine Haas über ihren „ziemlich gruseligen“ Kinderroman „Louis und die Stadt der Vampire“

Im Interview: Autorin Christine Haas über ihren „ziemlich gruseligen“ Kinderroman „Louis und die Stadt der Vampire“

Christine Haas hat schon zahlreiche Kinderbücher für verschiedene Altersgruppen geschrieben. Ihr erster Roman für Kinder ab 10 ist „Louis und die Stadt der Vampire“, der neulich im Nagel-&-Kimche-Verlag erschienen ist. Mit uns hat sie über das Gruseln in Kinderbüchern, die Schwelle zwischen „spannend“ und „zu heftig“ und die tiefere Bedeutung ihres Romans gesprochen.

Christine Haas schreibt in ihrem neuen Roman über Menschen, Vampire und vor allem über Vertrauen … Mehr erfährst du auf ihrem Instagram-Kanal

Du hast einen supercoolen Vampirroman für Kinder geschrieben! Auf einer Skala von 1-10: Wie gruselig findest du ihn selbst?

Stellenweise finde ich „Louis und die Stadt der Vampire“ ziemlich gruselig, so bei sieben oder acht. Zum Beispiel wenn Louis zum ersten Mal die Vampirstadt betritt, eine fremde und für ihn als Menschen lebensbedrohliche Welt.

Ich erzähle von dem Mut, auf sich selbst und andere zu bauen.

Worum geht es in deinem neuen Buch?

Um den zehnjährigen Louis, der ohne es zu wollen zwischen die Fronten eines wackeligen Friedenspakts gerät, den Menschen und Vampire vor vielen Jahrhunderten geschlossen haben. In der Menschenwelt ist der Pakt fatalerweise mittlerweile fast in Vergessenheit geraten − ein Umstand, der den Kräften in die Hände spielt, die den Frieden zu untergraben versuchen.

Auf einer tieferen Eben geht es um Vertrauen. Louis, dessen Vertrauen durch den Umzug zu dem ungeliebten Freund seiner Mutter ins Wanken geraten ist, betritt mit der Vampirstadt eine Welt, in der Misstrauen für ihn als Menschen lebensrettend sein kann. Ich erzähle von dem Mut, auf sich selbst und andere zu bauen. Louis findet diese Kraft in der Stadt der Vampire. Dadurch hält er eine große Gefahr in Schach, gewinnt eine neue Freundschaft und findet in sein neues Leben hinein.

In deinem Buch treffen reale und „magische“ Welt aufeinander. Wie bist du auf diese Idee gekommen?

Ich habe mir die Geschichte damals für einen zehnjährigen Jungen ausgedacht, Konno, dem ich das Buch gewidmet habe. Ohne groß darüber nachzudenken, habe ich wohl in der realen Welt angefangen, damit er sich leichter auf die Hauptfigur einlassen kann.

Ist „Louis und die Stadt der Vampire“ dein erstes Kinderbuch im Grusel-Genre? (Wenn nein: Was hast du sonst in dem Bereich geschrieben?, Wenn ja: Was hat dich dazu bewogen, es zu schreiben?)

„Louis und die Stadt der Vampire“ ist sogar mein erster Kinderroman überhaupt, auch wenn er nicht als erster erschienen ist. Damals habe ich Konno sehr viel vorgelesen, und wir haben oft über die Bücher geredet, die er selbst gelesen hat. Ich wusste also ziemlich genau, was er spannend findet. Außerdem habe ich abends in einem Campingwagen angefangen, die Geschichte zu erzählen, da hat sich eine Gruselgeschichte irgendwie angeboten. Das Thema passt zudem gut zu einem unheimlichen Setting, schließlich ist unheimlich das Gegenteil von Heimat, und die Sehnsucht nach Heimat ist es, die Louis in die Stadt der Vampire treibt.

Worin liegt der Reiz beim „Gruselig-Schreiben“ für dich?

Ich selbst finde Bücher besonders spannend, in der eine Gefahr in der Luft liegt, denn dann halte ich beim Lesen förmlich die Luft an, male mir aus, was jetzt alles passieren könnte und kann das Buch kaum aus der Hand legen (manchmal bin ich auch versucht, die Seiten nur noch zu überfliegen, um endlich zu erfahren, was passiert). Beim Schreiben macht mir dieses Spielen mit den Möglichkeiten und das Ausmalen von unheimlichen Settings besonders viel Spaß, vielleicht auch, weil der Nervenkitzel dann ebenfalls da ist, und das, obwohl ich ja weiß, wie es weitergeht.  

Ist es schwierig, die Grenze zwischen „spannend“ und „zu gruselig“ beim Schreiben zu finden? Was hilft dir ggf. dabei?

Bei „Louis“ war das besonders einfach, denn ich habe die Geschichte ja Konno erzählt, einem Jungen, der damals genauso alt war wie Louis. Da wusste ich, was geht und was ihn überfordern würde. Wobei ich mich nicht daran erinnern kann, etwas ausgelassen zu haben, weil ich das zu gruselig für ihn fand. Bei anderen Büchern mache ich das auch so: Ich stelle mir beim Schreiben ein Kind in dem Alter der Zielgruppe vor, das ich gut kenne.

„Louis und die Stadt der Vampire“ ist im Nagel-&-Kimche-Verlag erschienen und das perfekte Buchgeschenk für Leseratten ab der vierten Klasse, die es spannend mögen.

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